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Wenn Mütter mehr arbeiten, reduzieren die Väter

Wenn Mütter mehr arbeiten, reduzieren die Väter

Wie steht es um die Versorgung mit familienergänzenden Betreuungsangeboten in der Schweiz? Und wie wirkt sich diese auf die Erwerbspensen von Müttern und Vätern aus? Diese Fragen wurden in einer Nationalfonds-Studie erstmals vertieft untersucht. Die Autorenschaft kommt zum Schluss, dass die Betreuungsangebote einen wichtigen Beitrag an die Gleichstellung von Frau und Mann leisten.

Über drei Viertel der in der Schweiz wohnhaften Frauen mit Kindern unter 15 Jahren sind erwerbstätig. Die meisten Mütter arbeiten allerdings Teilzeit, nur 13 % sind Vollzeit erwerbstätig. Bei den Vätern verhält es sich umgekehrt – die überwiegende Anzahl ist Vollzeit erwerbstätig (89 %). Da sich reduzierte Arbeitspensen negativ auf die Karrierechancen auswirken und eine hohe Nachfrage nach Fachkräften besteht, bauen momentan nicht nur die Schweiz, sondern auch viele weitere Länder, das Betreuungsangebot für Kinder stark aus. Eine Nationalfonds-Studie liefert erstmals einen landesweiten Überblick über die Versorgung mit Betreuungsangeboten und zeigt, wie sich das Betreuungsangebot auf die Erwerbspensen von Müttern und Vätern auswirkt.
Grosse regionale Unterschiede
Insgesamt weist die Schweiz eine vergleichsweise schwach ausgeprägte Versorgung mit formeller Kinderbetreuung auf. Dazu zählen beispielsweise Kindertagesstätten, Krippen, schulische Tagesstrukturen, Tagesschulen oder Mittagstische. Durchschnittlich steht für 11 % der Kinder im Vorschulalter und für 8 % der Kinder im Schulalter ein Vollzeitbetreuungsplatz zur Verfügung. Gemessen an den Zielen der EU («Barcelona-Ziele 2002»), die eine Quote von 33 % im Vorschulbereich und 90 % im Schulbereich empfehlen, liegt die Schweiz weit zurück. Auch verglichen mit den Nachfragepotenzialen in der Bevölkerung bestehen in den meisten Regionen grosse Angebotslücken.
Zudem gibt es in der Schweiz grosse regionale Unterschiede in Bezug auf die Versorgung mit Kinderbetreuung. Am meisten Betreuungsplätze pro Kind stehen in der Romandie, im Kanton Basel-Stadt und im Wirtschaftraum um Zürich und Zug bereit. Im Kantonsvergleich haben Neuchâtel, Genf und Basel-Stadt im Frühbereich und Genf, Basel-Stadt, Zürich und Zug im Schulbereich die beste Versorgung mit Betreuungsangeboten (Figuren 1 und 2). Am schlechtesten ausgebaut ist das Betreuungsangebot in den eher ländlichen Regionen der Zentral- und Ostschweiz.

Mehr Infos unter: www.infras.ch