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Wenn Eltern sich nicht richtig um ihre Kinder kümmern können, so liegt das oft daran, dass sie an einer psychischen Krankheit leiden. Hier findest Du die Beschreibung der beiden Krankheiten, die in der Schweiz am üblichsten sind. Und etwa die Hälfte aller psychisch Erkrankten haben Kinder! Das kann Dir vielleicht helfen, Verhaltensweisen wieder zu erkennen. Krankheiten, die nicht richtig erkannt und behandelt werden, können leicht zur Suchtkrankheit werden (Alkohol, Tabletten u.a.). Wenn Dir die Darstellungen bekannt vorkommen, findest Du hier Anlaufstellen, bei denen Du Deine Fragen stellen kannst und Hilfe bekommst.

 

Typisch für Menschen mit einer Depression ist:

  • dass sie sich oft nicht konzentrieren können: Sie hören nicht richtig zu.  Sie sind manchmal nicht richtig da. Sie erinnern sich nicht mehr an das, was man ihnen vorher gesagt hat. Sie vergessen viel.
  • dass sie sich nichts mehr zutrauen: Sie sagen oft: Das kann ich nicht. Das können andere viel besser als ich. Und manchmal sagen sie, andere seien mehr wert als sie.
  • dass sie oft Schuldgefühle haben und sich Vorwürfe machen: Sie sagen dann: ich weiss, ich mache alles falsch. Ich kann einfach nichts richtig machen. Alles ist mein Fehler.
  • dass sie alles schwarz sehen: Sie sagen dann: es wird nie wieder gut werden. Das wird nie gehen. Man kann mir nicht helfen. Niemand kann mich verstehen.
  • dass sie oft verzweifelt und traurig sind: Sie weinen oft und man weiss nicht warum. Ihr Gesicht ist oft traurig und sie lachen wenig. Manchmal sagen sie: das Leben macht keinen Sinn mehr. Oder sie sagen: ohne mich würde es euch besser gehen. Oder sie sagen vielleicht auch: ich möchte nicht mehr leben und lieber sterben.
  • dass sie keine Energie haben:  Sie wachen nachts immer wieder auf. Sie sagen oft, dass sie schlecht geschlafen haben. Sie mögen nicht aufstehen, wenn sie sollten. Sie wollen nicht mehr zur Arbeit gehen und lieber schlafen. Sie machen kein Essen. Sie wollen übers Wochenende nichts unternehmen. Wenn man etwas von ihnen will, dann sagen sie, sie mögen nicht, sie seien zu müde. Wenn man sie fragt, dann geben sie oft keine Antwort. Sie sagen immer wieder, dass ihnen alles zu viel sei. Sie sagen, dass ihnen alles keinen Spass mehr macht.
  • dass sie oft eine schlechte Laune haben: Man kann es ihnen nicht recht machen. Die Musik ist ihnen zu laut. Kinder, die auf Besuch kommen, stören. Sie sagen immer wieder, dass sie endlich ihre Ruhe haben wollen. Sie haben keine Geduld, wenn sie bei den Aufgaben helfen.
  • dass sie keinen richtigen Appetit mehr haben: Das Essen macht ihnen keine Freude mehr. Sie wollen nicht mehr essen oder essen nur wenig. Sie sagen immer wieder, dass sie keinen Hunger haben. Sie wollen auch ihr Lieblingsessen nicht mehr. Aber es kann auch sein, dass sie zu viel essen. Dass sie viel Süsses essen wie Schokolade oder Guetzli.
  • dass sie oft über Schmerzen klagen: Sie sagen immer wieder, dass es ihnen da und dort weh tut. Sie machen sich viele Sorgen um ihre Gesundheit. Sie sagen vielleicht, dass sie nicht richtig atmen können, oder dass sie Herzstechen haben. 

Typisch für Menschen mit einer Angststörung ist:

  • dass sie sich dauernd Sorgen machen:  Sie haben immer Angst, dass etwas  Schlimmes passieren könnte oder passiert ist. Wenn man zu spät nach Hause kommt, dann sind sie voller Angst, weil sie glauben, dass etwas Schlimmes passiert ist. immer wieder sagen sie: pass auf die Autos auf, klettere nicht herum, tue das nicht, tue jenes nicht, das ist zu gefährlich. Sie wollen oft nicht, das man alleine etwas tut. Sie wollen einen immer begleiten, obwohl man das nicht möchte. Sie haben immer vor etwas Angst.
  • dass für sie alles gleich eine Katastrophe ist:  wenn man hustet oder niest, dann glauben sie schnell, dass man jetzt dann  gleich krank wird. Wenn man eine schlechte Note macht, haben sie gleich Angst, dass man die Schule nicht schafft. Und wenn man sagt, dass man sich mit einer Freundin oder mit einem Freund zerstritten hat, dann sagen sie gleich, wie schlimm das sei.
  • dass sie dauernd etwas haben: sie können sich nicht entspannen, sind unruhig und nervös, haben oft Kopfschmerzen, kommen schnell ins Schwitzen, sagen oft, dass ihnen schwindlig ist, dass sie Magen- oder Bauchweh haben, dass ihr Herz rast.
  • Und manchmal haben Eltern beides: eine Depression und eine Angststörung.

 

Infos:
-www.psythera.ch
-Vladeta Ajdacic-Gross und Martin Graf: Bestandesaufnahme und Daten zur psychiatrischen Epidemiologie, Arbeitsdokument 2, 2003